| Wäschepflege |
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Leinen Bauernleinen wurde in den Wintermonaten an Handwebstühlen von den Bäuerinnen und Mägden bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts gewebt. Die Leinengarne waren zuvor in unterschiedlicher Stärke aus Flachsfasern gesponnen worden. Handgewebtes Leinen besteht somit aus einer Naturfaser und muß sehr pfleglich behandelt werden. Als Reinleinen dürfen nur Gewebe bezeichnet werden, die zu 100 Prozent aus Leinen gefertigt sind. Leinenstoffe sind extrem strapazierfähig, nahezu fusselfrei und reißfest, zudem auch kühlend bei großer Hitze. Halbleinen Halbleinen ist der geschützte Begriff für Gewebe aus reiner Baumwolle und Leinen. Dabei sind die Längsfäden des Gewebes, sogenannte Kettfäden, aus Baumwolle und die Querfäden, sogenannte Schussfäden, aus reinem Leinen. Halbleinengewebe haben deshalb die Optik und die positiven Gebrauchseigenschaften sowohl von Baumwolle als auch von Leinen. Sie sind weitgehend fusselfrei, saugfähig, sehr strapazierfähig und gut waschbar. Pflegehinweise für Leinen Ungebrauchtes, handgewebtes Leinen von der Rolle sollte vor der ersten Verarbeitung möglichst über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht werden.
Dadurch kann die Faser aufquellen und Lagerspuren können später besser entfernt werden. Meistens handelt es sich um braun-gelbliche Liegeflecken. Grau-schwarze Flecken sind Stockflecken, die durch Feuchtigkeit entstanden sind. Sie lassen sich eventuell nur noch mit Chlorbleiche entfernen. Meistens sind sie aber gegen alle Fleckenbehandlung resistent. Bei der Wäsche von Leinen sollte jegliche extreme Belastung des Gewebes vermieden werden. Darum darf die Waschtrommel auch nicht überladen werden. Eine Überladung führt zu verstärkter Knitterbildung. Leinen wird am besten zunächst bei 30 Grad im Schonwaschgang gewaschen. Als Waschmittel eignen sich alle Feinwaschmittel ohne optische Aufheller. Weichspüler sollten nicht verwendet werden. Später kann das Leinen auch bei 60 Grad gewaschen oder sogar gekocht werden, was aber oft überflüssig ist. Bei der Wäsche mit niedrigen Temperaturen werden schon die meisten Flecken und Staubspuren entfernt. Um Leinen ganz schonend zu behandeln und um Bruch-, bzw. Knitterstreifen zu vermeiden, ist es ratsam, das Gewebe in einem Wäschesack oder altem Kopfkissen zu waschen. Leinen darf nur im niedrigsten Schleudergang geschleudert werden, da sonst tiefe Bruchfalten entstehen könnten, die sehr schwer zu beseitigen sind. Noch besser ist es, das Leinen nur ganz kurz anzuschleudern, und es dann tropfnass aus der Waschmaschine zu nehmen und fadengerade aufzuhängen. Leinen darf nicht im Trockner getrocknet werden. Leinen sollte noch feucht sein, bevor es heiß von links gebügelt oder gemangelt wird. Leinen muß vollständig trocken sein, bevor es im Schrank verstaut wird. Gefahr von Stockflecken! Da handgewebtes Leinen recht schwer ist, braucht es nicht gestärkt zu werden. Edle, leinene Tisch- und Küchenwäsche sollte man allerdings mit Flüssigstärke stärken, um den schönen, typischen Glanz von antiker Leinenwäsche zu erhalten. Die Behandlung von Leinen mag aufwendig erscheinen, die Mühe lohnt sich aber. Ein wichtiges Kulturgut, ein kostbarer Wäscheschatz, wird erhalten. |